Länderkooperationen

Südafrika

Die Kooperation zwischen Südafrika und Deutschland ermöglicht die Ausbildung von Berufsbildungspersonal und den Aufbau eines Berufsbildungsinstituts.

Unterzeichnung der gemeinsamen Absichtserklärung

Im Rahmen der neunten binationalen Kommission unterzeichnen Susanne Burger (BMBF) und Firoz Y Patel (DHET) die Verlängerung der gemeinsamen Absichtserklärung am 14.11.2016 in Berlin.

Thomas Imo/photothek.net

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Ministerium für Hochschulbildung und Berufsbildung der Republik Südafrika (DHET) haben mit einem 2016 verabschiedeten Arbeitsplan die gemeinsamen Vorhaben definiert: Zum einen wird die Aus- und Weiterbildung von berufsschulischen Lehrkräften verstärkt. Zum anderen unterstützt Deutschland seinen südafrikanischen Partner bei dem Aufbau des Berufsbildungsinstituts South African Institute for Vocational and Continuing Education and Training (SAIVCET). Darüber hinaus steht das BMBF Südafrika bei der Entwicklung und Modernisierung von Ausbildungsstandards beratend zur Seite. Ausbildungen sollen besser auf die Bedarfe der Wirtschaft zugeschnitten werden und kompetenzbasiert sein, um Auszubildende möglichst praxisnah auf das Berufsleben vorzubereiten.

Auch Aktivitäten weiterer Bundesressorts wurden in den bilateralen Arbeitsplan mit aufgenommen und sichern so ein kohärentes Vorgehen der deutschen Bundesregierung in der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit. Beispielhaft dafür stehen das Engagement des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zur Erprobung dualer Ausbildungsgänge und des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zur Entwicklung von Berufsbildungsstandards in der Landwirtschaft.

Grundlage der Kooperation

In einer gemeinsamen Absichtserklärung zwischen dem Ministerium für Hochschulbildung und Berufsbildung der Republik Südafrika (DHET) und dem BMBF haben die beiden Länder am 02.07.2013 eine Kooperation in der Berufsbildung beschlossen. Diese ist am 14.11.2016 im Rahmen der bilateralen Arbeitsgruppe in Berlin um eine Laufzeit von drei Jahren verlängert worden.

Im Rahmen der fachlichen Unterstützung der südafrikanischen Regierung fördert das BMBF verschiedene Beratungsaktivitäten in den Bereichen Lehrplanentwicklung und bei dem Aufbau eines südafrikanischen Berufsbildungsinstituts, die vom GOVET (German Office for VET Cooperation) am Bundesinstitut für Berufsbildung durchgeführt werden. Darüber hinaus unterstützt das BMBF über die Förderbekanntmachung Internationalisierung der Berufsbildung ein Projekt zur Aus- und Weiterbildung von Berufsschullehrern.

TRAINME

Im Projekt TRAINME werden fachdidaktische und berufspädagogische Module für die Aus- und Weiterbildung südafrikanischer Berufsschullehrerinnen und Berufsschullehrer (TVET Lecturers) in den Berufsfeldern Elektrotechnik und Maschinenbau entwickelt und pilotiert. In einem ersten Schritt werden die aktuellen Kompetenzen von südafrikanischen Berufsschullehrerinnen und Berufsschullehren betrachtet und darauf aufbauend konkrete Inhalte für Weiterbildungen in den beiden Berufsbildern ausgearbeitet. Im Vordergrund stehen dabei praktische Fähigkeiten, also fachdidaktische Inhalte, die das theoretisch fundierte Wissen der Lehrkräfte mit fachpraktischen Erfahrungen ergänzen. Dafür werden Ausbilderinnen und Ausbilder aus dem Überbetrieblichen Bildungszentrum in Ostbayern zum Jahresanfang 2019 Weiterbildungen und Trainingsmaßnahmen vor Ort durchführen.

Eng verschränkt ist das Projekt mit einer Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau unterstützt das BMZ den Aufbau eines Berufsschullehrerfortbildungsinstituts in Südafrika, um langfristig die Qualität der Lehrerbildung zu erhöhen. Die Bildungsinhalte des geplanten Instituts werden durch das Projekt TRAINME entwickelt und perspektivisch in den regulären Lehrplan integriert. Damit gelingt eine ressortübergreifende Stärkung.