VETnet

German Chambers worldwide network (AHK) for cooperative, work-based Vocational Education & Training

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Duale – betriebliche und kooperative – Berufsbildung erfordert die aktive Mitwirkung von Unternehmen. Unternehmen haben ein vitales Interesse an qualifizierten Fachkräften und sind vielerorts hochmotiviert bei der Durchführung und Weiterentwicklung der Berufsbildung mitzuwirken. Für deutsche Unternehmen im Ausland ist die Frage, ob vor Ort geeignete Fachkräfte für die Produktion, Wartung und den Verkauf von Produkten vorhanden sind, von existenzieller Bedeutung.

Daher fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit Oktober 2013 das Projekt VETnet bei der DIHK Service GmbH und elf Auslandshandelskammern (AHKs). VETnet ist als Strategieprojekt der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit eng verknüpft mit der Systemberatung von GOVET und den Aktivitäten der weiteren Strategieprojekte UNIONS4VET und SCIVET.  

Die Umsetzung des Projektes übernehmen die Auslandshandelskammern (AHKs) und Delegationen der Deutschen Wirtschaft in den Ländern China, Griechenland, Indien, Italien, Lettland, Mexiko, Portugal, Russland, Slowakei, Thailand und USA. Die AHKs werden so in ihrer Rolle als Außenwirtschaftsförderer gestärkt, indem sie den Fachkräftebedarf der (deutschen) Wirtschaft vor Ort durch nachfrageorientierte und wirtschaftsnahe Angebote zur dualen Berufsausbildung sichern.

In den elf Ländern …

… bildeten in 2016 ca. 700 Unternehmen mit Hilfe des Projektes über 7.300 Auszubildende aus.

… wurden in 2016 ca. 2.700 Ausbildungsprüfungen durch AHKs organisiert.

… werden aktuell 47 Berufe in 8 von insgesamt 16 in Deutschland existierenden Berufsfeldern dual ausgebildet. Der am häufigsten dual ausgebildete Beruf ist der Mechatroniker, gefolgt vom Werkzeugmechaniker und dem Industriemechaniker.  

Im Rahmen von VETnet setzen die elf AHKs gemeinsam mit Unternehmen und Berufsschulen vor Ort Pilotprojekte in dualer Berufsausbildung um. VETnet zeigt so nicht nur den Nutzen dualer Berufsausbildung nach deutschem Vorbild am praktischen Beispiel, sondern stellt auch ein Bewusstsein für die Vorteile her. Die gelebte Praxis inklusive entsprechender und nachhaltiger Berufsbildungsstrukturen an den AHKs regt zum Nachmachen an. Das Projekt leistet einen Beitrag zu bildungspolitischen, strukturellen Veränderungen im jeweiligen Partnerland.

Mittels Transfer von Expertise zwischen AHKs und IHKs gelingt die Qualitätssicherung der Berufsausbildung „Made in Germany“ vor Ort. Beispielsweise werden Ausbilder und Prüfer in den Ländern geschult oder Prüfungen nach entsprechenden Qualitätskategorien durchgeführt.

Duale Berufsausbildung nach deutschem Vorbild bedeutet nicht Copy & Paste auf lokale Bedingungen. Die elf AHKs haben unterschiedlichste Wege gefunden, duale Berufsausbildung in ein eigenes regionales Erfolgskonzept zu verwandeln.

Elf Länder, ein Ziel

Die Delegation der Deutschen Wirtschaft in Shanghai ist eine wichtige Plattform für die bilaterale Zusammenarbeit in der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Durch eine seit 2017 institutionalisierte Zusammenarbeit mit iMOVE erleichtert die AHK den Markteintritt für interessierte Bildungsanbieter.

Die Instandhaltungsgesellschaft der griechischen Bahn EESSTY-ROSCO setzt seit 2017 mit der AHK Griechenland auf duale Ausbildung. Qualifizierte Fachkräfte werden dringend benötigt, um die Wirtschaft erneut anzukurbeln.

Das Ehrenamt ist ein wichtiger Baustein für die berufliche Bildung. Die AHK Indien engagierte einen ehrenamtlichen Prüfer aus dem IHK-Bezirk Nürnberg, der indische Prüfer für Mechatroniker schulte.

Die AHK Italien hat die Berufsbildungsmarke DUAL.Concept ins Leben gerufen. Die AHK ist selbst ein Schaufenster und bildet an ihrem Standort Mailand Kaufleute für Büromanagement aus.

Durch die AHK in Lettland werden 40 Azubis zum Speditionsmitarbeiter ausgebildet. Die Pilotierung einer praktischen Prüfung soll Impulse für mehr Dualität innerhalb der lettischen Reformen geben.

Die mexikanische Regierung reformiert die Berufsausbildung, um weiterhin ein attraktiver Produktionsstandort zu bleiben. Bei diesen Bemühungen steht die AHK Mexiko gemeinsam mit der GIZ und dem BIBB als deutscher Partner beratend zur Seite.

Die AHK Portugal ist jahrzehntelanger Partner von Unternehmen in der gewerblich-technischen Ausbildung. Ein weiteres DUAL-Zentrum in Portimão an der Algarve startet mit der Ausbildung in Tourismusberufen.

Die Delegation der Deutschen Wirtschaft in Russland koordiniert duale Ausbildung an sechs Standorten und leistet einen Beitrag zur Modernisierung der lokalen Wirtschaft. Dabei sind neben Industrieberufen Berufe im Einzelhandel stark nachgefragt.

Das „Schaufenster“ VETnet gelingt durch ein starkes Engagement der AHK Slowakei. Seit 2016 bilden sechs Unternehmen gemeinsam im Verbund in Nove Mesto Mechatroniker aus.

Die IHK Mittlerer Niederrhein unterstützt die AHK Thailand u.a. bei der Entwicklung von Ausbildungsordnungen und Curricula. Insbesondere Landmaschinenmechaniker sind gefragt.

Die AHK Atlanta hat zwei Ausbildungscluster in Tennessee und Georgia gegründet. Unternehmen aus der Automobilbranche werden zusammen Ausbildungsklassen bilden und damit studienalternative Karrierechancen anbieten.