SCIVET

SCIVET - Skilled Crafts - International Vocational Education and Training

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Um den Gesamtauftritt des Handwerks und seiner Aktivitäten in der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit kohärenter zu gestalten, wurde Mitte 2016 das vom BMBF geförderte Handwerksprojekt SCIVET initiiert. Ziel des Projektes ist es, Interessenten aus dem Ausland Angebote und Unterstützungsleistungen des deutschen Handwerks zur Berufsbildung leichter zugänglich zu machen.

Auf Grundlage eines gemeinsamen Qualitätsverständnisses des Handwerks sind  in SCIVET einerseits spezielle Instrumente zur Planung und Umsetzung von internationalen Berufsbildungsaktivitäten entwickelt worden. Andererseits ist beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) die SCIVET-Koordinierungsstelle für die internationale Berufsbildungszusammenarbeit des Handwerks eingerichtet worden.

Aufgabe der Koordinierungsstelle ist es, deutsche Handwerksexpertise an solche Partner aus dem Ausland zu vermitteln, die Unterstützungsbedarf in der Organisation und Durchführung von Berufsbildungsmaßnahmen haben. Darüber hinaus unterstützt die SCIVET-Koordinierungsstelle Akteure des Handwerks dabei , das im Rahmen von SCIVET entwickelte Instrumentarium auf konkrete Unterstützungsleistungen im Ausland anzuwenden.

Das Instrumentarium umfasst einen Strategiebaukasten für internationale Berufsbildungsprojekte, systemische Standards und ein Leistungsportfolio als qualitative Orientierungshilfe.

Die systemischen Qualitätsstandards beinhalten Kriterien und Indikatoren und beschreiben abstrakt und übersichtlich die qualitativen Anforderungen an ein duales Berufsbildungssystem. Sie bieten damit einen übergeordneten Bezugspunkt für ausländische Berufsbildungssysteme, die in einzelnen Bereichen oder in umfassendem Maße vor Reformen stehen.

Der Strategiebaukasten hilft, eine systemische Anbindung einzelner Berufsbildungsprojekte an bestehende Strukturen im Partnerland sicherzustellen. Auf die Qualitätsstandards aufbauend ermöglicht der Baukasten zum einen eine strukturierte Analyse des Implementierungsumfelds im jeweiligen Projekt. Zum anderen hilft er bei der Formulierung langfristiger Entwicklungsziele des Projektpartners und bei der Bestimmung von Unterstützungsleistungen, die zur Erreichung der identifizierten Ziele geeignet sind. Mit Hilfe des Strategiebaukastens lassen sich umfassende systemische Veränderungen, aber auch überschaubare Entwicklungsschritte planen. Der Strategiebaukasten steht allen Mitgliedern der Handwerksorganisation zur Verfügung.

Um gemeinsam definierte Entwicklungsschritte gehen zu können, muss mit dem ausländischen Partner vereinbart werden, mit welchen konkreten Leistungen ihn ein deutscher Handwerksakteur unterstützen kann. Dazu ist in  SCIVET ein Leistungsportfolio zusammengestellt worden, das die gängigsten Unterstützungsleistungen beschreibt, die aus dem Handwerk heraus im Ausland erbracht werden können.

Denjenigen, die an Unterstützungsleistungen interessiert sind, gibt das Leistungsportfolio einen Überblick über das bestehende Angebot.

Der Qualitätsanspruch des Handwerks wird durch die entwickelten Instrumente mit konkreten Unterstützungsleistungen verbunden.

Zusammenwirken von Qualitätsstandards, Strategiebaukasten und Leistungsportfolio

Zusammenwirken von Qualitätsstandards, Strategiebaukasten und Leistungsportfolio.

DLR Projektträger

Die hier dargestellten Ergebnisse sind im Projektverbund vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) erarbeitet worden.

Die Ergebnisse von SCIVET sind im SCIVET-Handbuch zusammengeführt. Es dient aktuellen und zukünftigen Akteuren der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit zur Orientierung und zur Ausrichtung ihrer Arbeit.