Länderkooperationen

Südkorea

Im Vordergrund der Kooperation zwischen Deutschland und Südkorea stehen Herausforderungen, die in den Berufsbildungssystemen beider Länder ähnlich sind.

Bild der deutsch-südkoreanischen Zusammenkunft

Bei dem Treffen am 15. November 2017 auf dem Hauptcampus der Eckert Schulen in Regenstauf tauschten sich die Vertreter der südkoreanischen Seite mit Experten der Eckert Schulen über die weitere Zusammenarbeit in der Berufsbildung und das deutsche Ausbildungssystem aus.

Eckert Schulen

Dazu zählen beispielsweise der demografische Wandel, der Übergang zwischen Schule und Beruf, die Ausbildung der Ausbilder, aber auch die Früherkennung von Themen, die in der Berufsbildung relevant sind. In Zukunft soll die Kooperation weiter ausgebaut und neue Projektideen entwickelt werden.

Grundlage der Kooperation

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Korea Research Institute for Vocational Education and Training (KRIVET) haben die Berufsbildungskooperation im Jahr 2000 geschlossen. Die Partner haben das Kooperationsabkommen zuletzt 2010 erneuert, seitdem gilt es auf unbestimmte Zeit.

Zusätzlich zum Kooperationsabkommen besteht seit 2012 ein separates „Memorandum of Understanding“ (MoU). Im Zentrum dieses Abkommens steht eine internationale Vergleichsstudie zu Rekrutierungs- und Einarbeitungsstrategien (INDUCT II). Die Studienergebnisse sollen dazu dienen, Möglichkeiten zur Förderung der Dualität als Prinzip beruflicher Bildung zu diskutieren.

MAI iTeCK

Bild der Delegation im Betrieb

Teilnehmer des „Train the Trainer“-Programms im Rahmen des MAI iTeCK-Projekts in der Ausbildungswerkstatt von SGL Carbon in Meitingen am 21. März 2019. Insgesamt nahmen 13 Personen aus 11 südkoreanischen Firmen (Branche Carbon Composites - Faserverbundstoff) und aus einem R&D-Institut daran teil. Unterstützt hat sie dabei das MAI iTeCK-Team mit Experten von der Universität Augsburg, von MAI Carbon und den Eckert Schulen.

Eckert Schulen

Mit dem Verbundvorhaben „MAI iTeCK – Bildungskooperation mit Südkorea zur Einführung der dualen Berufsbildung nach deutschem Vorbild“ soll ein Modell für die Ausbildung von Fachkräften in Südkorea aufgebaut und die Qualifizierung zum „Deutschen Industriemeister International“ etabliert werden. Dieses Modell soll sich zwar an dem Vorbild des deutschen Dualen Systems orientieren, gleichzeitig aber den kulturellen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des Landes Rechnung tragen. Berufsanschlussfähige Teilqualifizierungsmodule ergänzen die Ausbildung, das Schulungskonzept beinhaltet außerdem die Weiterqualifizierung von Berufsbildungspersonal. Die Eckert Schulen – ein Schulenverbund, der auf deutsche Bildungsprogramme spezialisiert ist und diese auch auf den globalen Märkten anbietet – koordiniert die Teilqualifizierung.

Im Rahmen von MAI iTeCK nutzen südkoreanische Projektpartner bestehende Verbindungen und Kooperationen, um Strukturen und Prozesse nach dem Vorbild der deutschen dualen Ausbildung zu etablieren. Zu den Kooperationspartnern gehören KOTRA (Korea Trade-Investment Promotion Agency) und das Bayerische Spitzencluster MAICarbon. KOTRA hat ein ähnliches Tätigkeitsfeld wie die Auslandshandelskammern und soll eine Schnittstellen- sowie Informationsfunktion einnehmen. Es bestehen bereits Kontakte südkoreanischer Unternehmen zu der Auslandshandelskammer in Seoul.

Das Spitzencluster MAI Carbon ist ein Netzwerk aus über 100 Partnern. Dazu gehören einerseits Bildungs- und Forschungseinrichtungen  wie die Technische Universität München, Hochschulen in Augsburg und Ingolstadt, aber auch die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer. Auf der anderen Seite zählen auch mittelständische sowie größere Unternehmen dazu: beispielsweise BMW, Audi oder die Airbus Group. Das Cluster bietet außerdem südkoreanischen Institutionen Betreuung an, wenn sie ihre Ausbildung als Duales System organisieren wollen.

Im Laufe des Projektes sollen weitere Branchen wie Medizin, Automobil, Luftfahrt oder Windenergie miteinbezogen werden. Angestrebt wird ein langfristiges Engagement von deutschen Aus- und Weiterbildungspartnern in der südkoreanischen Berufsbildungslandschaft, zum Beispiel bei der Entwicklung von Ausbildungsplänen (Curricula) oder der Durchführung von unabhängigen Prüfungen.

INDUCT II

Bei „INDUCT II“ handelt es sich um eine internationale Vergleichsstudie zu Rekrutierungs- und Einarbeitungsstrategien in den Ländern Deutschland, Spanien, Großbritannien und Südkorea. Ihr Ziel bestand darin, die Berufsbildungssysteme und die betriebliche Rekrutierungs- und Einarbeitungspraxis der jeweiligen Länder zu analysieren und zu vergleichen, um Möglichkeiten der Förderung von Dualität als Prinzip beruflicher Bildung zu diskutieren. In allen vier Ländern wurden dafür über 2.000 Betriebe des KFZ-Service und der Krankenpflege befragt.

Die Zusammenarbeit im Rahmen des Forschungsprojekts INDUCT II begann mit dem Unterzeichnen des „Memorandum of Understanding“ 2012 und ist wegweisend für den Ausbau der Kooperation zwischen Deutschland und Südkorea in der Berufsbildung.