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Digitalisierung als Schwerpunkt des 4. Fachforums für geförderte Projekte der BMBF-Förderinitiative „Internationalisierung der Berufsbildung“ in Gelsenkirchen

Das vierte Fachforum zur BMBF-Förderinitiative „Internationalisierung der Berufsbildung“ im Wissenschaftspark Gelsenkirchen stand dieses Mal unter dem Thema Digitalisierung.

Impressionen des Fachforums

DLR Projektträger / Hannes Barske

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekte haben sich in vier Paneldiskussionen zur Wirkung von Digitalisierung in der internationalen Berufsbildung ausgetauscht. Vertreten waren auch die Zentralstelle der Bundesregierung für internationale Berufsbildungskooperation (GOVET), iMOVE sowie die BMBF-geförderten Strategieprojekte Kompetenzstelle Internationale Berufsbildung (DIHK Service GmbH), SCIVET (ZDH) und Unions4VET (DGB/bfw).

Nach der Begrüßung durch Dr. Dagmar Pietz vom Referat „ERASMUS; Internationale Zusammenarbeit in der Berufsbildung“ im BMBF, und Stefan Eismann, Geschäftsführer des Wissenschaftspark, fand Prof. Dr. Michael Gessler von der Universität Bremen einführende Worte zur Digitalisierung für die geförderten Projekte.

Den Beginn machte Prof. Dr. Matthias Rohs mit einem Input zum verändernden Rollenverständnis von Lehrenden in der digitalen Arbeits- und Lernwelt. Die Panelteilnehmenden sahen in diesem Wandel die Chance, dass Lehrende und Lernende ein neues Verhältnis zueinander aufbauen und gleichzeitig es nur dann erfolgreich sein kann, wenn beide Seiten dabei begleitet werden. Für die internationale Zusammenarbeit zeigt sich, dass Deutschland dabei auch von anderen Lehr- und Lernkulturen lernen kann.

Dr. Andreas Janson, Projektleiter im BMBF-geförderten Projekt KoLeArn, eröffnete das zweite Panel zu den methodisch-didaktischen Herausforderungen der Digitalisierung im internationalen Kontext mit einem Blick nach China. In KoLeArn werden mobile und videobasierte Lernelemente in die Ausbildung integriert und Auszubildende bei der Schaffung dieser digitalen Lernwelt einbezogen. Dieses Innovationspotenzial von digitalen Medien in der Ausbildung wurde von den Panelteilnehmenden durch weitere Beispiele bekräftigt. Ob es QR-Codes in Textbüchern zur Visualisierung von Lerneinheiten oder der Einsatz von HoloLens zur Schaffung einer virtuellen Kundensituation sind, es wird deutlich, dass digitale Lehr- und Lernformate die duale Aus- und Weiterbildung ergänzen, jedoch nicht Ausbildungsteile ersetzen.

Dass digitales Lernen auch einer gesellschaftlichen und institutionellen Einbettung bedarf verdeutlichte das dritte Panel. Dr. Rüdiger Klatt vom Forschungsinstitut für innovative Arbeitsgestaltung und Prävention (FIAP) e.V. und Projektkoordinator in GRÆDUCATION berichtete von den Erfahrungen des Projekts in Griechenland. Mit der Einführung eines pilothaften dualen Ausbildungsberufs im Green-Tech-Bereich wurden digitale Formen des Lernens in die Ausbildung integriert. Dass viele Partnerländer bei der Akzeptanz neuer digitaler Lernformen für Deutschland Vorbild sein können zeigten einige Beispiele der Panellisten. Gleichzeitig haben viele Staaten den Wunsch ihren durch Digitalisierung entstehenden Fachkräftebedarf durch duale Aus- und Weiterbildung zu decken.

Impressionen des Fachforums

DLR Projektträger / Reiner Valier

Das vierte und letzte Panel zum Einfluss der Digitalisierung auf tragfähige Geschäftsmodelle in der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit wurde durch einen Impulsvortrag des im Oktober erst gestarteten Projekts INWICA begonnen. INWICA plant ein Blended-Learning-Konzept zur Meisterausbildung in China zu etablieren und zeigte die Risiken und Chancen dieser digitalen Herangehensweise auf. Die Panelteilnehmenden diskutierten intensiv zum Nutzen von digitalen Lösungen beim Geschäftsmodellaufbau. Eine der Erkenntnisse war, dass digitale Vertriebsstrategien und Lernangeboten der Markterschließung dienlich sind, jedoch in vielen Partnerländern die persönliche Netzwerke und die Präsenz vor Ort weiterhin ein wichtiges Erfolgskriterium bleibt.

Mit einem Rückblick durch die Moderatoren der vier Panels und einen Ausblick auf Zukunftsthemen schloss das Fachforum ab. Themen wie Nachhaltigkeit oder der Blick auf die internationale Konkurrenz bei der Geschäftsentwicklung wurden dabei genannt. Anschließend lud das FIAP e.V. die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem Get-together in einen benachbarten Co-Working-Space ein, der den Wandel Gelsenkirchens zu einem Standort für digitale und neue Arbeitsformen verdeutlicht.

Das 5. Fachforum findet Im Frühjahr 2020 statt. Termin und Ort werden frühzeitig bekanntgegeben.