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Deutschland und Portugal unterzeichnen neues Abkommen zur Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung

Am 07.02.2019 wurde im Rahmen des Delegationsbesuchs von Staatssekretär Thomas Rachel eine neue Absichtserklärung zur Zusammenarbeit in der Berufsbildung zwischen Deutschland und Portugal unterzeichnet.

Sts Rachel, Costa, Cabrita bei Unterzeichnung des Abkommens

Unterzeichnung des Abkommens

Reiner Valier

Gemeinsam mit Staatssekretär Rachel unterzeichneten Joao Costa für das portugiesische Bildungsministerium und Miguel Cabrita für das Arbeitsministerium die Absichtserklärung. Herr Rachel betonte die Wichtigkeit der Zusammenarbeit in Europa und dass junge Menschen Perspektiven, selbstständig ein Leben aufbauen zu können, brauchen.

Im Rahmen der feierlichen Unterzeichnung wurden auch die Erfolge der Berufsbildungskooperation zwischen den Ländern präsentiert.

Die Auszubildende Rita Nunes vom DUAL-Ausbildungszentrum der AHK in Lissabon erzählte dabei von ihren Erfahrungen und die Vorteile, die eine duale Ausbildung für sie gebracht haben. Als ausgebildete KFZ-Mechatronikerin ist Rita Nunes ein hervorragendes Beispiel für die Chancen, die eine duale Ausbildung bieten. Gleichzeitig ist Rita ein Vorbild für Frauen in technischen Berufen. Ihre Karriere möchte Sie mit einem berufsbegleitenden Studium fortsetzen und wünschte sich, dass mehr junge Portugiesen und Portugiesinnen ähnliche Chancen durch eine Ausbildung erhalten. Deutschland und Portugal arbeiten dabei eng zusammen, duale Ausbildungsprojekte weiter auszubauen.

Dafür ist die Qualifizierung von Berufsbildungspersonal in Schulen und Unternehmen weiterhin ein wichtiges Kooperationsfeld. Nach der erfolgreicher von BIBB und AHK gemeinsam mit der portugiesischen Agentur für Qualifikation und berufliche Bildung ANQEP entwickelten Tutorenschulung für Ausbilder im Betrieb, steht die Entwicklung eines Schulungsprogramms von Koordinatoren in den Schulen im Fokus der weiteren Zusammenarbeit.

Ein zentrales Aktionsfeld bildet auch die stärkere Einbindung von Sozialpartnern. Bereits innerhalb des Strategieprojekts Unions4VET wurden erste Kooperationen zwischen portugiesischen Arbeitnehmervertretern und dem Deutschen Gewerkschaftsbund aufgebaut. Dieser Austausch über die Rolle von Arbeitnehmern bei der Berufsbildung in Deutschland und welche Möglichkeiten in Portugal sich für diese bieten sollen in den nächsten Jahren fortgeführt werden.

Darüber hinaus ist die Validierung von informell und nicht-formal erworbenen Kompetenzen ein weiteres wichtiges Thema in der Zusammenarbeit von Deutschland und Portugal. Portugal hat damit eine jahrzehntelange Erfahrung und ist mit seinen Qualifica-Zentren vorbildlich in Europa. In einer im November 2018 durchgeführten BMBF-Delegationsreise nach Portugal wurde in enger Zusammenarbeit mit den portugiesischen Partnern ANQEP und der Arbeitsagentur IEFP ein Expertendialog angestoßen, der für die teilnehmenden deutschen und portugiesischen Fachleute fundierte Einblicke in die jeweiligen Verfahren und best-practises erlaubte. Dieser Dialog hat den bilateralen Gedanken der Kooperation nachhaltig gestärkt und wird durch die neu unterzeichnete Absichtserklärung ebenfalls fortgeführt.