Grundlagen

Internationalisierung der Berufsbildung

Internationale Berufsbildungszusammenarbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit und eröffnet Chancen auf individuelle und volkswirtschaftliche Entwicklung sowie soziale und ökonomische Teilhabe.

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Eine qualitativ hochwertige berufliche Ausbildung erhöht die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und öffnet den Zugang zu eigenem Einkommen. Die Ausbildung im Arbeitsprozess - duale Ausbildung - ermöglicht zudem die Herausbildung beruflicher Handlungskompetenz.

In der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit spielen wirtschaftliche, sozio-ökonomische und politische Aspekte eine bedeutende Rolle. Die Bundesregierung engagiert sich international für eine Stärkung der Berufsbildung. Neben dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als federführendes Ressort sind das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) sowie das Auswärtige Amt (AA) daran beteiligt. Weitere strategische Partner sind Landesministerien, Akteure der Wirtschaft, Arbeitnehmer und deutsche Bildungsanbieter.

  • Berufsbildung ist ein Aktionsfeld mit relevanten Querbezügen zur Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften, zum sozialen Frieden, zur Beschäftigungsfähigkeit Einzelner, zur Bewältigung des Fachkräftemangels in Partnerländern – und in Deutschland.
  • Berufsbildungszusammenarbeit ist ein zunehmend wichtiges Feld im Rahmen der auswärtigen Politik und hilft das gute Image Deutschlands in der Welt zu stärken.
  • Berufsbildungszusammenarbeit mit EU-Partnerländern ist ein Beitrag der Bundesregierung zur sozialen, politischen und wirtschaftlichen Kohäsion der EU.
  • Berufsbildungszusammenarbeit unterstützt Unternehmen mit deutscher Mehrheitsbeteiligung im Ausland bei der Ausbildung von Fachkräften.
  • Berufsbildungszusammenarbeit unterstützt den Marktzugang deutscher Bildungsanbieter im Ausland.

Als handlungsleitende Grundlage der BMBF-Berufsbildungszusammenarbeit gelten fünf Kernprinzipen, die im Strategiepapier der Bundesregierung für eine "Berufsbildungszusammenarbeit aus einer Hand" vom Juli 2013 festgelegt sind. Sie stellen Alleinstellungs- und Qualitätsmerkmale des deutschen Berufsbildungssystems dar und beschreiben zugleich die angestrebten Effekte der Berufsbildungszusammenarbeit mit den Partnerländern:

  • Zusammenarbeit zwischen Sozialpartnern, Wirtschaftsorganisationen und Staat,
  • Lernen im Arbeitsprozess,
  • Akzeptanz nationaler Standards,
  • Qualifiziertes Berufsbildungspersonal,
  • Institutionalisierte Berufsbildungsforschung und -beratung.

Um ein einheitliches Auftreten der deutschen Berufsbildungsakteure gegenüber den Partnerländern und ausländischen Interessenten zu gewährleisten, wurden strategische Instrumente eingeführt. Hierzu zählt der Runde Tisch, an dem die mit der Internationalisierung der Berufsbildung betrauten Bundesressorts ihre Aktivitäten mit weiteren Akteuren der Berufsbildungslandschaft - Kammern, Verbänden, Gewerkschaften - beraten. Die Akteure des runden Tisches tagen regelmäßig in unterschiedlichen Zusammensetzungen auf Leitungs- und Arbeitsebene. Unterstützt wird der Runde Tisch durch GOVET, der Zentralstelle der Bundesregierung für internationale Berufsbildungskooperation im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Weitere Instrumente des BMBF zur Einbindung der relevanten deutschen Akteure der Berufsbildungszusammenarbeit sind iMOVE (BMBF-Initiative zur Internationalisierung deutscher Aus- und Weiterbildungsdienstleistungen) sowie die drei Strategieprojekte VETnet, Unions4VET und SCIVET.

Grafische Übersicht der Akteure im Themenfeld Internationalisierung der Berufsbildung

Akteure im Bereich Internationalisierung der Berufsbildung.

DLR Projektträger

Die Arbeitsgruppe „Internationalisierung der Berufsbildung“ im DLR Projektträger unterstützt das BMBF bei seinen Aktivitäten im Bereich der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit. Hierzu zählen vor allem die fachliche und administrative Betreuung der Förderrichtlinie „Internationalisierung der Berufsbildung“, die  Begleitung der Strategieprojekte und die Unterstützung des BMBF bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der bilateralen Berufsbildungskooperationen.